Kammerflimmern

Als ich letztens mal wieder viel zu lange wach war und geschaut habe, was Nachts so läuft, bin ich auf eine Perle des deutschen Films gestoßen: “Kammerflimmern”, in den Hauptrollen ein noch unverbrauchter Matthias Schweighöfer und die wunderschöne Jessica Schwarz. Der Film erzählt die Geschichte von Crash, der als Kind seine Eltern bei einem Autounfall verloren hat und die Narben seiner Kindheit nicht nur physisch bis zum heutigen Tag mit sich herumträgt. Crash arbeitet als Rettungssanitäter und lernt bei einem seiner Einsätze die hochschwangere November kennen, deren Freund bei diesem Einsatz an einer Überdosis stirbt. Aus diesem Grundgerüst baut der Regisseur ein Konstrukt, das so intensiv, bildgewaltig und stimmungsvoll ist, dass es mir die Sprache verschlagen hat. Unbedingt anschauen!

 

Freier Fall

Eine frisch erschienener Kinofilm: Freier Fall.

(YouTube, kinofilme)
“Freier Fall” ist endlich mal wieder eine gute deutsche Kinoproduktion und behandelt ein Thema, was bei einigen unter den Deutschen immer noch ein kleines Tabu Thema ist: Homosexualität. Auch in der letzten Zeit im Kino nach “Brokeback Mountain” gab es keine Filme dergleichen.
Max Riemelt spielt den jungen Polizisten Kai, der bei einer Fortbildung seinen Kollegen Marc kennenlernt. Unterschiedlicher wie die zwei können Menschen wohl nicht sein: Kai, der Rebell und Marc, der spießige Familienvater. Trotzdem kommen sie sich näher. Alles fängt mit einem Joint an und endet mit einer geheimen Affäre der beiden. Sie bauen sich ein wackeliges Lügengerüst auf und fast könnte man denken, sie geben alles daran, entdeckt zu werden.
Der Film ist ein klarer Problemfilm (Schwule im Polizeimilieu), doch kommt trotzdem so leicht und unmittelbar rüber – ob dass an der wunderbaren schauspielerischen Leistung von Max Riemelt und Hanno Koffler liegt, sei daheingestellt. Ein Film über Liebe, Träume und Wünsche, aber auf ganz andere Art und Weise. Sehr sehenswert!

Das Schweigen der Lämmer

Ein Klassiker der Filmgeschichte: Das Schweigen der Lämmer.
Dieser Psycho-Thriller basiert auf den gleichnamigen Roman aus dem Jahr 1988 und wurde 1991 von Jonathan Demme verfilmt. Er erzählt davon, wie die junge FBI-Agentin Clarice Starling einen Serienmörder “Buffalo Bill” verfolgt und überwältigt, aber nur mit der Hilfe des ehemaligen Psychiaters Hannibal Lecter, der ebenfalls etliche Menschen auf dem Gewissen hat und wegen Kannibalismus im Gefängnis sitzt.
“Das Schweigen der Lämmer” ist der erste Film aus einer Trilogie, denn auf diesen Film  folgen noch die Fortsetzung Hannibal und das Prequel Roter Drache. Außerdem orientiert er sich sehr stark an dem Roman und hat mehrere Oscars gewonnen.
Anthony Hopkins spielt den Kannibalen Hannibal Lecter wirklich phänomenal. Er wirkt so überheblich, angsteinflößend aber gleichzeitig vertrauenswürdig, dass mir als Zuschauer ein kalter Schauer über den Rücken läuft. Auf der einen Seite ist er ein grausamer Serienmörder, auf der anderen Seite baut er eine Beziehung zu Clarice auf, die von Jodie Foster ebenfalls überzeugend gespielt wird. Der Thriller ist atemberaubend spannend. Der Zuschauer wird mit auf die Spur nach Buffalo Bill mitgenommen und die Szenen sind so einnehmend, dass ein Schrecken nach dem anderen kommt.
“Das Schweigen der Lämmer” ist wirklich ein Thriller, den man sich immer wieder anschauen kann und der nie langweilig wird.


(YouTube, Clyde Chelton)

The Great Gatsby

Ich habe vor zwei Wochen den neuen Film “The Great Gatsby” mit Leonardo di Caprio im Kino gesehen. Natürlich in Originalsprache (ich liebe Filme auf Englisch, da kommt die Stimmung viel besser rüber) und in 3D. Die Fassung in 3D finde ich allerdings überhaupt nicht lohnenswert, sondern eher rausgeschmissenes Geld, da der 3D-Effekt bei diesem Film sehr überflüssig und eher anstrengend ist.

DiCaprio als Gatsby in einer großen Rolle © siebbi

The Great Gatsby” ist eine Literaturverfilmung vom gleichnamigen Roman von F. Scott Fitzgerald, welcher zu einem der bedeutendsten Werke der amerikanischen Moderne gehört. Von daher war es schon eine große Bürde, die der Regisseur Baz Luhrmann auf sich nahm mit dieser Verfilmung. Aber nun zur Handlung: Erzählt wird die Handlung von Nick Carraway (gespielt vom wunderbaren Tobey Maguire), ein junger Aktienmakler aus New York, der in ein kleines Häusschen neben einem Palast einzieht. Schnell stellt sich heraus, dass in diesem Palast ein junger Millionär und Geschäftsmann, Jay Gatsby (Leonardo di Caprio), wohnt, der jedes Wochenende opulente Partys für die New Yorker Gesellschaft veranstaltet. Nick und Gatsby lernen sich auf solch einer Party kennen und es wird deutlich, dass Nicks Cousine Daisy die verflossene Liebe von Gatsby ist, die er mit den Partys zurückerobern möchte. Und dies ist das Anfang vom Ende…
“The great Gatsby” besticht durch seinen übertriebenen Kitsch. Die Partys von Gatsby sind so bunt, schillernd und laut, dass es fast schon in den Augen schmerzt, wenn man auf die Kinoleinwand schaut. Alles ist eine Nummer größer. Gatsby fährt schnelle Autos und liefert sich mit seinem Rivalen eine Autojagd, bei der jeder froh ist, eine Auto Versicherung über da-direkt abgeschlossen hat. Leonardo di Caprio wirkt wie in seine Paraderolle aus Titanic zurückversetzt und spielt wirklich gut. Mich hat aber noch viel mehr der Ich-Erzähler Tobey Maguire überzeugt, der seine Rolle wunderbar spielt. Auch die Musik (hier der komplette Soundtrack, wirklich gut!) ist in dem Film positiv aufgefallen.
Also jeder, der auf Kitsch steht und nicht vor Glamour und pompösen Aufnahmen zurückschreckt, wird “The Great Gatsby” lieben!

(www.youtube.com, vipmagazin)